Management in virtuellen Organisationen:
Virtuelle Unternehmen
brauchen einen Fixpunkt
(Gabler's Magazin 3/97)
Die hohe Flexibilität virtueller Unternehmen erfordert eine ganz besondere Art des Managements. Peter Fischer analysiert die Besonderheiten von virtuellen Strukturen, zeigt die Anforderungen an das Management der Zukunft auf und stellt sein Konzept eines Kernunternehmens" vor, das als Schnittstelle zur Außenwelt fungiert.
"Das virtuelle Unternehmen braucht
keinen Chef", so das Handelsblatt über virtuelle
Unternehmen. Was aber auch das virtuelle Unternehmen mit
Sicherheit braucht, ist Management.
Die Fähigkeit zum effizienten Management dezentralisierter
Unternehmensorganisationen ist die Kernaufgabe postindustrieller
Unternehmen. Eine Studie der Suppliers Workgroup der American Air
Force ergab, daß die Beteiligten als wichtigsten Faktor für den
Erfolg komplexer Projekte nicht niedrige Löhne, billiges Kapital
oder staatlich subventionierte Forschung ansahen, sondern die
Fähigkeit, die Mitwirkenden an dem Projekt effizient zu
koordinieren. Dieses ist nichts anderes als das Management
temporärer, projektbezogener Unternehmen, die auch als
virtuelle Unternehmen" bezeichnet werden. Management
wird damit zum wichtigsten Produktionsfaktor, zur Kernaufgabe in
virtuellen Unternehmen.
Die virtuellen Unternehmen, von denen hier die Rede ist, sind
reale Unternehmen, wie andere auch. Ihre Besonderheit ist, daß
sie dezentral organisiert sind, daß die Mitwirkenden keinen
gemeinsamen, physischen Arbeitsplatz haben. Es sind Unternehmen
ohne Unternehmenssitz, Büroräume, Parkplätze und Kantinen.
Die raison d'étre des virtuellen Unternehmens ist seine
Flexibilität, die aus der Unabhängigkeit der Mitwirkenden
herrührt. Jedes Management, also jede Steuerung eines virtuellen
Unternehmens muss deshalb darauf bedacht sein, diese
Flexibilität zu erhalten und zu fördern. Die zunehmende
Individualisierung der Leistungserbringung (das sogenannte
Customizing ) ist die Triebkraft des virtuellen Unternehmens.
Getragen wird das virtuelle Unternehmen von der modernen
Informationstechnologie. So können für das jeweilige Projekt
massgeschneiderte" Unternehmen erstellt werden, und es
erfüllt sich ein Unternehmertraum, nämlich ein Unternehmen zu
gestalten, das gleichzeitig gross und klein ist, ganz nach
Bedarf.
Das Konzept des virtuellen Unternehmens hat seinen Ursprung in
den Diskussionsforen des Internets, und so ist es auch kein
Wunder, dass dort einer relativ anarchischen" Version
dieses Konzepts gehuldigt wird nach dem Motto: Niemandes
Herr und niemandes Knecht".
Nach diesen Vorstellungen läuft ein solches virtuelles
Unternehmen nach basisdemokratischen Prinzipien ab: Hat jemand
ein Projekt zu vergeben, bietet er es im Internet an. Dort finden
sich die Interessenten zusammen, die an diesem Projekt arbeiten
wollen. Die Aufgabenverteilung und jegliche anderweitige Planung
wird durch Diskussion und Rückkopplung unter den Interessenten
geregelt. Es kommt vor, dass einige Interessenten das virtuelle
Unternehmen in dieser Gründungsphase wieder verlassen, weil sie
nichts zur Problemlösung beitragen können oder wollen oder dass
andere Interessenten neu zu der Gruppe stossen.
Die Spielregeln" in
virtuellen Unternehmen
Jeder kümmert sich in einer solchen
Organisation prinzipiell um jedes und jeden, die Gruppe sucht und
findet aufgrund der ihr eigenen Dynamik einen Weg, das anstehende
Problem zu lssen. Wer mit wem über was Verträge macht, wer
gegenüber wem haftet, wer die Qualifikationen überprüft, wie
die Bezahlung abgewickelt werden soll, wer welche Rechnungen
bezahlt, wer eventuelle Erträge aus Rechteverwertungen erhält,
dies alles wird mit eher leichter Hand gehandhabt. Eine solche
Praxis eines virtuellen Unternehmens ist für kleine, wenig
komplexe Projekte auch praktikabel, und sie entspricht auch der
Mentalität der Selbstangestellten, die an solchen Projekten
arbeiten.
Von den Verfechtern dieser Chaos"-Variante wird als
Analogie das selbstorganisierende Verhalten eines Vogelschwarms
als Beispiel angeführt: wann, wie und wohin der Schwarm fliegt,
wird von keiner Hierarchie bestimmt, die Vögel scheinen ihr
Verhalten aneinander zu orientieren, und sie stossen auch ohne
Anführer nicht in der Luft zusammen.
Zu dieser Analogie ist folgendes zu sagen: Erstens handelt es
sich bei dem Flug von Vogelschwärmen um ein sehr komplexes und
noch wenig verstandenes Phänomen. Zweitens beherrschen nur
wenige Vogelarten die Kunst, in einem Schwarm zu fliegen. Und
drittens handelt es sich bei Vogelschwärmen immer um Vögel
einer Art. Sie haben gleiche genetisch bedingte Verhaltensmuster
und üben den Schwarmflug gemeinsam, bevor es auf die Reise in
den Süden geht. Vögel können deshalb im Schwarm fliegen, weil
sie die gleichen Prinzipien bei ihrem Verhalten anwenden und sich
deshalb während ihres Fluges nur noch sehr wenig abstimmen
müssen. Wie schwer ein vergleichbares, abgestimmtes Verhalten
dem Menschen fällt, zeigt schon der mühsame Versuch von
Rekruten, im Gleichschritt zu marschieren.
Wie beim Vogelschwarm verhält es sich auch in einem virtuellen
Unternehmen. Strukturen, die nur aus wenigen Elementen bestehen,
brauchen auch nur wenig Management Ñ die Elemente können sich
noch leicht untereinander abstimmen. Bei komplexeren virtuellen
Unternehmen, die in der Praxis vorherrschen dürften, ist die
Organisation des Ma-
nagements eine der wesentlichen Aufgaben eines
Kernunternehmens". Diese Zentrale muss einheitliche
Prinzipien bereitstellen, nach denen sich die Mitwirkenden
verhalten, um auf diese Weise den Koordinationsbedarf zu
verringern. Management von virtuellen Unternehmen findet daher
hauptsächlich in der Vorbereitungsphase mit der Bereitstellung
dieser Prinzipien statt. Wenn das virtuelle Unternehmen tätig
ist, darf in den laufenden Prozess nur sehr wenig eingegriffen
werden, wenn die eigentlichen Vorzüge virtueller Unternehmen,
nämlich Flexibilität und Schnelligkeit, nicht gefShrdet werden
sollen.
Kernunternehmen" als die
Manager der virtuellen Firmen
Ein virtuelles Unternehmen kann als ein
Gesamtsystem angesehen werden, das aus einer Anzahl von
Untersystemen besteht und auf das deshalb die Gesetze der
Systemtheorie angewendet werden können. Das Management eines
solchen Unternehmens wird auf dieser Betrachtungsebene ein
Problem der Systemsteuerung.
Um ein solches System steuern zu können, müssen der Anzahl der
verschiedenen möglichen Systemzustände entsprechend viele
Massnahmen zur Verfügung stehen. Dieser Zusammenhang wird als
das Gesetz der erforderlichen Vielfalt" bezeichnet und
lautete prägnant formuliert: Nur Vielfalt (in den Strategien)
kann Vielfalt (in den resultierenden Systemzuständen) schaffen.
Für komplexe Systeme, deren Subsysteme eng untereinander
verbunden sind, gilt ausserdem, dass diese Gesamtsysteme dahin
tendieren, kein stabiles Gleichgewicht zu erreichen. Ross W.
Ashby, einer der Pioniere auf den Gebieten der Kybernetik und der
künstlichen Intelligenz, formulierte das so: Stark
verknüpfte
(richly-joined) Formen des polystabilen Systems sind unfähig,
die Nähe zu einem Gleichgewicht (der Untersysteme) aufrecht zu
erhalten und werden fast sicher in einen durchschnittlichen (=
ungeordneten) Zustand zurückfallen. Ein solches System ist daher
typischerweise unfähig, einen teilweisen oder älokalen Erfolg
aufrecht zu erhalten."
Anders ist die Situation bei schwach verbundenen Systemen, also
solchen, die deutlich in Subsysteme aufgegliedert werden können.
Dort stellt sich tendenziell ein (stabiler) Gleichgewichtszustand
ein, ein Phänomen, das auch als Multistabilität"
bezeichnet wird. Virtuelle Unternehmen sind schwach
verbundene" Systeme, und eine wesentliche Aufgabe des
Managements ist es, dafür zu sorgen, dass sie dies auch bleiben,
denn nur so können sie überhaupt gemanagt werden.
Aufgabe des Managements muss es sein, die Komplexität der
Verbindungen auf ein solches Mass zu reduzieren, dass es dem
Gesamtsystem möglich ist, den Gleichgewichtszustand zu
erreichen. Durch gemeinsam akzeptierte Prinzipien kann die Anzahl
möglicher Zustände in den Subsystemen reduziert werden, was
gleichzeitig eine Verringerung der Gesamtkomplexität bedeutet.
Was bedeutet das für die Situation in einem virtuellen
Unternehmen? Das Prinzip dieser Organisationsform beruht auf
einer relativ grossen Selbständigkeit der einzelnen
Mitwirkenden, d. h., dass die Subsysteme relativ schwach
miteinander verbunden sind. Es ist eine Erkenntnis, dass solche
Systeme um so schneller zu einem Gesamtgleichgewicht kommen, je
weniger stark sie untereinander verbunden sind. Wenn sich alle
Mitglieder der Virtual Corporation gegenseitig beeinflussen, wird
ein Ziel in der Realität nie erreicht.
Management by Objectives als
Führungsmethode
Aufgabe des Managements ist es deshalb, die
Autonomie der Beteiligten zu fördern, nicht aber, sie durch
zentrale Steuerung zu untergraben. Es geht hier um die zentrale
Forderung des Managements by Objectives": Ziele zu
entwickeln, Aufgaben zu bestimmen und Zeitrahmen festzulegen und
vor diesem Hintergrund ein Team aus sich selbst managenden
Teilnehmern aufzubauen.
Wenn die "klassische" Führung des Industriezeitalters
in gewisser Weise militärisch ist, so ist das virtuelle
Unternehmen in seiner ursprünglichsten Variante Zivilleben in
reinster Form: vertikale Strukturen sind nicht vorhanden und wenn
doch, dann bilden sie sich ad hoc.
Folgendes Beispiel dient der Veranschaulichung: Soll eine
Kompanie zu einem Zeitpunkt an einem bestimmten Ort sein, so wird
dieses von der militärischen Führung geplant. Es werden
Wegführung und Transportmittel bestimmt, es wird ein
Marschbefehl erlassen, und die Einheit setzt sich planmässig in
Marsch. Die zivile" Alternative wSre, dass den
Soldaten Zeit und Ort bekanntgegeben wird, jeder erhält dann
Geld für eine Fahrkarte und sonstige Reisekosten, das Bataillon
unterhält noch eine Auskunfts-, Beratungs- und
Koordinationsstelle, eine Art Reisebüro. Jeder zieht nun seines
Wegs und sieht zu, wie er das Ziel rechtzeitig erreicht. Dabei
ist es gleichgültig, ob er sich mit einigen Kollegen einen Bus
mietet, ob er per Anhalter trampt oder die Eisenbahn wählt.
Eine solche Vorgehensweise ist für ein virtuelles Unternehmen
tüpisch. Obwohl Management by Objectives bei dieser
Unternehmensform nicht zwingend erforderlich ist, so ist dies
doch die einzig passende" Managementmethode für
virtuelle Strukturen.
Virtuelle Unternehmen werden gegründet, um eine hohe
FlexibilitSt bei der Problemlssung zu erreichen. Es sind nicht
die Economies of Scale", sondern die Economies
of Time", die Vorteile grosser Anpassungsgeschwindigkeit,
die ein Unternehmen in postindustrieller Umgebung erfolgreich
werden lassen. Ein autoritSrer Führungsstil mit einer Anzahl von
Füh-rungsebenen ist in dieser Umgebung zwar denkbar, aber vsllig
unpassend.
Man kann zwischen elementaren" virtuellen Unternehmen
und reifen" virtuellen Unternehmen unterscheiden. Die
ersten sind trivial, unser Interesse soll deshalb der zweiten,
weit komplexeren Variante gelten. Hier zu stellende Fragen sind:
So wie ein elektrisches Gerät einen Schalter braucht, um in Betrieb zu gehen, braucht auch das virtuelle Unternehmen ein Element, das mit einem Kristallisationskern vergleichbar ist und deshalb als Kernunternehmen bezeichnet werden soll (siehe die Abbildung oben) . Es ist der Ausgangspunkt des virtuellen Unternehmens, es bildet die Oberfläche zur Aussenwelt und stellt folgende Leistungen bereit:
Unternehmenskultur
Verfahrensregeln
· TQM: QualitStsrichtlinien und
Zertifizierung. Bestimmung oder auch Bereitstellung einheitlicher
oder gemeinsam genutzter Instrumente, wie z.B. Computerprogramme
oder festgelegte Kommunikationskanäle.
Rechtsperson
· Vertreter der Rechte und Pflichten
gegenüber der Aussenwelt. Vertragspartner brauchen
Rechtsverbindungen über die begrenzte Existenz der virtuellen
Unternehmen hinaus (z. B. Haftung, Rechteverwertung).
Weitere Aufgaben des Kernunternehmens
· Akquisition, denn auch virtuelle
Unternehmen müssen sich um Aufträge bemühen,
· Finanzierung (die Finanzierung des Projekts kann auch eine
Aufgabe eines VU-Mitwirkenden sein),
· Problemanalyse: Bevor ein virtuelles Unternehmen geschaffen
wird, muss dessen Aufgabe beschrieben werden,
· Ermittlung des Ressourcenbedarfs,
· Aufgabenverteilung unter den Mitwirkenden.
Das Kernunternehmen ist der
Aktivator" des virtuellen Unternehmens. Es existiert
dauerhaft, an dieses wendet sich der Problemeigner als
potentieller Kunde, mit ihm zusammen wird die erste Phase der
Problemanalyse durchgeführt und das virtuelle Unternehmen ins
Leben gerufen. Das Kernunternehmen erbringt damit die
unternehmerischen Kernleistungen, stellt das Management sowie die
überaus wichtige Unternehmenskultur bereit.
Die zentrale Bedeutung von Unternehmenskultur
für virtuelle Unternehmen
Virtuelle Unternehmen können als
kurzlebige Organisationen keine eigene Kultur entwickeln. Jeder
Versuch in diese Richtung wäre kontraproduktiv und würde dem
Sinn dieser Organisationsform zuwiderlaufen. Nur (vor-)gefertigte
Unternehmensprinzipien ermöglichen die erwartete Effizienz der
Mitwirkenden, das gilt besonders in einer Umgebung, in der
Schnelligkeit und Flexibilität einen so hohen Stellenwert haben.
Da das virtuelle Unternehmen wegen seiner begrenzten Lebensdauer
keine Identität bilden und deshalb die Aussenwelt ihm nur schwer
das nötige Vertrauen entgegenbringen kann, wird ein
Kernunternehmen als dauerhafter Bestandteil und Garant der
Unternehmenskultur nach aussen hin benötigt. Die Aussenwelt des
virtuellen Unternehmens, d. h. die Auftraggeber, die Lieferanten
und auch die potentiellen Mitwirkenden, erwarten diese Kultur.
Nur dort, wo die Verhaltensgrundsätze deutlich formuliert und
der Aussenwelt bekannt sind, entsteht das notwendige Vertrauen in
die Leistungsfähigkeit, nur dort kann ein virtuelles Unternehmen
erfolgreich sein.
Virtuelle Unternehmen steuern, heisst
Gruppendynamik verstehen und lenken können
Eine schon vorhandene Unternehmenskultur
ist auch intern für das Gelingen des virtuellen Unternehmens
wichtig. Damit sind schon vor Beginn des Projekts die Prinzipien
festgelegt, nach denen die Mitwirkenden miteinander umgehen und
wie sie sich gegenüber der Aussenwelt verhalten sollen.
Partnerschaften beruhen nicht nur auf gleichen Zielen, sondern
auch auf gleichen Prinzipien. Deshalb kann nur der Mitwirkender
eines virtuellen Unternehmens sein, der diese Kultur mit ihren
dahinter liegenden Prinzipien anerkennt. Virtuelle Unternehmen,
bei denen die Mitwirkenden zwar die gleiche Ziele verfolgen, sich
aber in Fragen des Stils, also der angewandten
Unternehmensprinzipien, nicht einig sind, sollten daher nicht
eingegangen werden. Neben der Akquisition und Bereitstellung von
Unternehmenskultur ist die Hauptaufgabe des Kernunternehmens in
der Frühphase eines Projekts, das zur Lösung anstehende Problem
zusammen mit dem Problemeigner" einer ersten Analyse
zu unterziehen und ein vorläufiges Lösungskonzept zu entwerfen.
Im nächsten Schritt werden mit den potentiellen Mitwirkenden die
jeweiligen Rollen im anstehenden Projekt gesucht. Kommt es bei
der Aufgabenverteilung oder bei der Durchführung zu Differenzen,
so wird das Kernunternehmen problemlösend tätig. Dies bezieht
sich auch auf das Verhältnis der Mitwirkenden untereinander.
Management von virtuellen Unternehmen heisst deshalb mehr denn
je, gruppendynamische Prozesse zu verstehen und mit
konfliktlösenden Techniken vertraut zu sein. Management von
virtuellen Unternehmen bedeutet nicht mehr lenken",
sondern steuern". Das Management ist in ständiger
Rückkopplung mit seinen Subsystemen, es übt Einfluss aus, wird
beeinflusst und lässt sich beeinflussen.
Die letzte Phase ist die Ablieferung der Problemlösung und die
Abrechnung mit allen Mitwirkenden. Anschliessend ist es
empfehlenswert, eine (ritualisierte) Verabschiedung
durchzuführen. Das virtuelle Unternehmen löst sich auf, nur das
Kernunternehmen bleibt bestehen. Vergleiche beide Abbildungen auf
dieser Seite. Die Darstellung der Zusammensetzung eines
virtuellen Unternehmens zu verschiedenen Zeitpunkten macht die
Besonderheiten dieser Unternehmen deutlich:
· Der Auftraggeber ist als
Problemeigner" von Beginn an Teil des virtuellen
Unternehmens. Dies unterstreicht den Charakter solcher
Unternehmen als Problemlösungsgemeinschaft".
· Die Mitwirkenden bei einem virtuellen Unternehmen fluktuieren.
· Mitwirkende können miteinander oder auch mit aussenstehenden
Leistungsanbietern Kooperationen eingehen, sie können auch
selbst virtuelle Unternehmen bilden oder Mitwirkende bei anderen
virtuellen Unternehmen sein.
Die Einbeziehung des Auftraggebers und
aller Leistungsanbieter und die ungehinderte Verfügbarkeit aller
relevanten Informationen kennzeichnen die virtuellen Unternehmen,
in welchen die traditionelle Antinomie zwischen
intern" und extern" zugunsten erhöhter
Flexibilität und Schnelligkeit aufgehoben wird.
Paradoxerweise nehmen in virtuellen Unternehmen, den Geschöpfen
von HiTech und Cyberspace, Begriffe wie "Werte",
"Kultur", "Vertrauen",
"zwischenmenschliche Beziehungen" und
"Konfliktlösung" eine zentrale Stellung ein. Es
scheint, dass hier das Betätigungsfeld des Menschen der Zukunft
liegt, auch wenn irgendwann alle anderen Tätigkeiten
einschliesslich der analytischen Wissensverarbeitung von
Maschinen übernommen sein sollten.